Bau des eigenen Fertighauses motivierte 34-Jährigen zum Neustart als Lehrling
Bild: BARBARA ZIEGELBOECK

Bau des eigenen Fertighauses motivierte 34-Jährigen zum Neustart als Lehrling

Von Susanna Sailer

Handelsschulabsolvent Christoph Steiner lernt nun selbst das Handwerk bei Genböck Haus.

13 Jahre war Christoph Steiner im Autohaus Riehs in Wels für Ersatzteile zuständig gewesen. Doch im Vorjahr kam mit dem Bau des eigenen Fertighauses die überraschende Wende. "Ich war damals selbst zwei Wochen auf unserer Baustelle in Weibern dabei und konnte miterleben, wie das Montageteam von Genböck Haus die Arbeiten meisterte. Das taugte mir total", erinnert sich der heute 34-Jährige. Binnen einer Woche stand damals der Rohbau. Ein halbes Jahr später übersiedelte das Ehepaar ins eigene Heim.

Plötzlich war Steiner klar, wo hinaus er beruflich wirklich wollte. "Mich fasziniert die Arbeit mit Holz und dass man das Geschaffene dann vor sich hat. Durch unsere eigene Baustelle entdeckte ich meinen wahren Berufswunsch: Zimmerer und Fertighausbauer."

Für das Handwerkliche habe er sich immer schon interessiert, dennoch war die Entscheidung damals als Jugendlicher zugunsten der Handelsschule gefallen. Sollte er als über 30-Jähriger nun doch noch eine Lehre beginnen? Zu seiner Erleichterung wurde er darin von seiner Ehefrau Lisa bestärkt, die als Physiotherapeutin im Klinikum Wels-Grieskirchen arbeitet. Tatsächlich gelang es dem Spätberufenen, eine Lehrstelle bei Genböck Haus im Nachbarort Haag am Hausruck zu bekommen. Seit August 2019 absolviert er nun die vierjährige Doppellehre zum Zimmerer und Fertighausbauer.

Natürlich sei das Eigenheim längst nicht abbezahlt. Daher wäre es unmöglich gewesen, mit der Lehrlingsentschädigung allein das Auslangen zu finden. Steiner konnte mit der Firmenleitung jedoch eine finanziell angemessene Lösung aushandeln.

Wieder "auf der Schulbank"

Zum Einstieg arbeitete er in der Produktion. Doch seit zwei Wochen muss auch Steiner in die Berufsschule, die – bedingt durch die Coronakrise – derzeit via Homeschooling abgewickelt wird. "Wir müssen zehn Wochen am Stück von Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr vor dem Computer verbringen. Die Lehrer melden sich via Videochat und geben uns verschiedene Arbeitsaufträge. Das funktioniert ganz gut", berichtet er aus seinem derzeitigen Schulalltag. Erneut das Lernen zu lernen, sei eine Umstellung, die er dennoch leicht zu meistern gedenkt. Sein Ziel sei jedenfalls, die Lehre mit Auszeichnung abzuschließen. Steiner: "Egal ob Planung, Produktion oder Montage – ich möchte alle Möglichkeiten, die es für mich im Unternehmen gibt, ausprobieren." Auch Steiners Freundeskreis zeigt sich begeistert über seinen neuen Beruf. "Dass du dich das noch traust", bekommt er im privaten Umfeld öfter zu hören.

Tischlern in Hobby-Werkstatt

In einem Zubau an seinem neuen Haus hat sich der Neolehrling auch eine kleine Hobby-Tischlerwerkstatt mit Werkbank, Kreissäge und einigen anderen wichtigen Maschinen eingerichtet. "Denn es macht mir Spaß, für unser Haus einiges selbst machen zu können", sagt Steiner.