Bild: Linz AG // Martin Freyberg arbeitet seit 27 Jahren je nach Saison als Eis- oder Bademeister.

Der Herr über Eis und Wasser

Von Philipp Hirsch

Martin Freyberg ist einer der erfahrensten Bademeister im Land

In Freibädern ist die Stimmung ausgelassen, das verleitet zur Leichtsinnigkeit. Damit in Oberösterreichs Freibädern trotzdem alles in geordneten Bahnen verläuft, achten hunderte Bademeister auf die Sicherheit der Gäste. Einer von ihnen ist Martin Freyberg. Seit 27 Jahren arbeitet er im Linzer Parkbad je nach Saison als Eis- oder Bademeister. In den Sommermonaten trifft man Freyberg meist beim Sportbecken im Parkbad an. Für den 45-jährigen Linzer ist das ein Traumjob. „Viel an der frischen Luft und viel Abwechslung, das gefällt mir.“

Ein Mann für alle Fälle

Der Retterschein und ein Erste-Hilfe-Kurs sind Grundvoraussetzung, um als Bademeister arbeiten zu dürfen. Von Bienenstichen über Schnittverletzungen bis zu (teils) dramatischen Badeunfällen müssen die Bademeister für alle Fälle gerüstet sein. Wirklich dramatische Zwischenfälle sind Freyberg aber bisher erspart geblieben. „Ein Turmspringer vom Zehn-Meter-Brett hat einmal die Körperspannung verloren und ist ungünstig auf dem Wasser aufgeschlagen. Aber er ist glücklicherweise mit ein paar Prellungen davongekommen“, erinnert sich Freyberg.

"Ich kann auch anders"

Ein Bademeister ist aber nicht nur Helfer in der Not, sondern auch Autoritätsperson. Wenn sich Halbwüchsige im Parkbad nicht zu benehmen wissen, schreitet Freyberg ebenfalls ein. Er weiß: „Mit Schreien kommt man nicht weiter. Man muss die Leute beim Schmäh nehmen, dann hören sie auf das, was man sagt.“ Wenn der Schmäh aber mal nicht hilft? „Dann werde ich schärfer. Ich kann auch anders“, sagt er und lacht. Hat sich das Benehmen der Badegäste in den vergangenen Jahren verschlechtert? „Es gibt schon einzelne Gruppen, die immer wieder Ärger machen, aber die haben wir einfach besonders im Auge.“ In der heurigen Saison muss Freyberg noch auf zusätzliche Dinge achten. Das Rauchen ist im Parkbad jetzt nur noch in extra gekennzeichneten Bereichen erlaubt. „Wir werden Schilder aufstellen und die Leute, die auch woanders rauchen, darauf hinweisen. Da wird es bestimmt viel Suderei geben“, weiß Freyberg.