Bild: OÖN // Matthias Schiffmann vor seiner "Kommandozentrale".

Notruf-Leitstelle: Ein Blick hinter die Kulissen

Von Daniela Ullrich

Im Zuge der hr-lounge durften Personalchefs von oberösterreichischen Firmen einen Blick hinter die Kulissen der Notruf Leitstelle des Roten Kreuz Oberösterreich werfen.

 Diese präsentiert sich am frühen Abend im gedämpften Licht, fünf der 12 high-tech Arbeitsplätze sind belegt. Von Hektik keine Spur, auch wenn unentwegt mindestens eine Person telefoniert.  

Rund um die Uhr gehen hier die Rettungs (144) - und Hausärztlicher Notdienst (141) Notrufe von Linz, Linz Land, Urfahr Umgebung, Freistadt und demnächst auch Perg ein. Zusätzlich sind 14.000 so genannte Senioren - oder Rufhilfen mit der Leitstelle gekoppelt, wer die Bergrettung unter 140 wählt, wird ebenfalls hier herein geschaltet.  Tagsüber ( 7:00 - 19:00 Uhr) sind es acht bis neun Mitarbeiter die in einer 12-Stunden-Schichten arbeiten, nachts schrumpft das Team ab 23 Uhr von fünf auf vier Leute. Rund 200 bis 300 Gespräche gehen in einem Turnus pro Mitarbeiter ein, die Anliegen sind unterschiedlich. 

Die Koordination der Fahrzeuge und Helikopter obliegt ebenfalls der Zentrale, zu den vielen geplanten Krankentransporten kommen die nicht vorhersehbaren Notfälle dazu. 

In der Ruhe liegt die Kraft

Heute Abend im Dienst ist Matthias Schiffmann, einer von rund 2000 Rot Kreuz Angestellten. Er hat den klassischen Einstieg zum Roten Kreuz hinter sich: Nach der Schule machte er Zivildienst, fand gefallen an der Arbeit, ließ sich zum Rettungssanitäter und anschließend als Leitstellen Disponent ausbilden. "Mir taugt an meiner Arbeit, dass ich relativ vielen Menschen in einem kurzen Zeitraum helfen kann", sagt der  37-jährige Altenberger.

Neben der 3-jährigen Ausbildung im Rettungsdienst muss man als Mitarbeiter der Leitstelle Mitgefühl, soziales Engagement und Stressresistenz mitbringen. Zusatzausbildungen und ständige Weiterbildungen gehören ebenfalls zum Rüstzeug.

Auch wenn die Notrufe nach einem bestimmten Schema abgearbeitet werden, gibt es doch Anrufe, die einem lange in Erinnerung bleiben: "Ich habe tatsächlich einmal einem werdenden Vater am Telefon gesagt was zu tun ist. Als die Kollegen eintrafen, war das gesunde Kind schon geboren", sagt Matthias Schiffmann, der auch nach langjähriger Tätigkeit die Freude am Job nicht verloren hat.