Fünf Schritte, die in Krisenzeiten auf die Siegerstraße führen

Peter Huber: „Viele Ansätze aus dem Sport sind in der beruflichen Entwicklung anwendbar.“ Foto: Ingrid Amon Bild: Ingrid Amon Susanna Sailer

Peter Huber aus Traun präsentiert in seinem Buch die Methodik des "Siegerprinzips".

Ermutigende Geschäftsanbahnungen und satte Verkaufsabschlüsse sind in Corona-Zeiten rar, da viele Vorhaben auf Eis liegen. Doch Selbstmitleid führt in die Sackgasse. Der Trauner Coach und Manager Peter Huber stellt in seinem Buch eine von ihm entwickelte Methodik vor. "Mein ,Siegerprinzip‘ ist ein Elf-Punkte-Programm, um berufliche und persönliche Vorhaben zu erreichen und Krisen zu meistern", sagt Huber. Er hat dafür eigene Erfahrungen aus Business und Leistungssport einfließen lassen. Seine Tipps, soeben erschienen unter dem Titel "Potenzialentfaltung und Burnout-Prävention im Vertrieb", wenden sich an Menschen im Verkauf, sind aber generell anwendbar. In fünf Schritten will der 47-Jährige seine Leser zurück auf die Siegerstraße lotsen.

1. Die Opferrolle ablegen: Laufen die Geschäfte schlecht, werden gern Schuldige dafür ausfindig gemacht. Das kann die Coronakrise sein, der Vorgesetzte oder das Produkt. "Es gilt, sich einzugestehen, dass nicht jeder Opfer von Corona ist", sagt Huber. Sein Blick fällt auf den Leistungssport. Athleten suchen keine Ausreden, sondern mobilisieren ihre Kräfte, indem sie an ihre Selbstwirksamkeit glauben. Huber: "Jeder hat sein Glück und seinen Erfolg selbst in der Hand." Auch wenn Einflussfaktoren von außen stärker werden, so habe es lediglich nur den Anschein, selbst nicht mehr mitgestalten zu können. "Gibt es Probleme, sollten diese gegenüber dem Vorgesetzten offensiv angesprochen werden."

2. In Bewegung kommen: Nun braucht es eine persönliche Vision, zum Beispiel einen realistischen Vorsatz. Dieser könnte lauten: "Ich möchte heuer bei meinen Kunden die Nummer eins als Wegbegleiter sein." Diese Idee sollte euphorisieren, die eigene Neugierde wecken, um geistig flexibel zu werden. Huber: "So entsteht Vorfreude und Leichtigkeit. Von Angst getrieben wird es nicht funktionieren." Er zieht Parallelen zu Golf: "Wer den Schläger verkrampft hält, wird den Ball nicht weit fliegen sehen."

3. In die Planungsphase kommen: Nun geht es darum, sich konkrete Ziele zu setzen. Die Planungsphase beinhaltet Gedankenarbeit und das Schaffen von Strukturen. So lassen sich Etappen und kurzfristige Erfolge erreichen. Huber: "Hier sind Wegbegleiter hilfreich. Das kann der Chef, ein Kollege oder ein Trainer sein. Auf jeden Fall jemand, der Vorbild ist." Der Coach rät, sich zur zeitlichen Strukturierung der Arbeitswoche ein persönliches Tortendiagramm zu gestalten und so aufzuzeichnen, wie viel Zeit für welche Tätigkeiten investiert wird. Auch in der Ernährungswissenschaft ist es üblich, über eine längere Zeitphase zu notieren, was gegessen wird, um sich Überblick zu verschaffen.

4. "Die Schweißzone": So beschreibt Huber seine Lieblingsphase, bei der es gilt, diszipliniert den Plan umzusetzen. "Gerade beim Schwitzen arbeiten wir konsequent an unseren Schwächen. " Huber selbst hält sich dabei an seinen wöchentlich erstellten kleinteiligen Trainingsplan.

5. Die Siegermomente: "Vielleicht hilft Demut, um sich auch über kleine Ergebnisse zu freuen. Es sei besser, keine Vergleiche mit der Zeit vor der Corona-Pandemie zu ziehen. Auch ein Miniauftrag kann erfreuen. Jeden Siegermoment sollten wir genießen."

"Diese fünf Phasen treffen auf jeden in jeder Lebenslage zu. Wer allerdings von der Euphorie gleich in die Schweißzone geht, wird scheitern. Denn ohne geeigneten Plan geht es nicht", warnt Huber.

Peter Huber: "Potenzialentfaltung und Burnout-Prävention im Vertrieb". Springer Gabler Verlag, 269 Seiten

Zur Person

Peter Huber aus Traun ist Manager und Coach. Mit dem Team der Sport-Ordination gründete er das Leistungszentrum zur Potenzialentfaltung und Burnout-Prävention in Wien. Sportwissenschafter Robert Fritz und Sportmediziner Michael Koller, die wissenschaftliche Aspekte in Hubers Buch einbrachten, sind Sparringpartner. Huber, der Burnout und Depression am eigenen Leib erlebte, fand durch deren Hilfe zum Leistungssport und konnte so seine Krise überwinden. Heute nimmt Huber an Ironman-Wettbewerben teil. www.siegerprinzip.com

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