Young businesswoman stretching after work

Stressfrei in den Urlaub starten

Von Daniela Ullrich

Gute Vorbereitung ermöglicht angenehmes Hineingleiten in die Auszeit

Für viele Arbeitnehmer sind die Tage vor dem Urlaub richtig turbulent - alles noch schnell am letzten Drücker erledigen, bevor dann endlich in den „Füße hochlegen Modus“ umgeschaltet werden kann.

„So in die Ferien zu starten, ist der größte Fehler“, sagt Gesundheitspsychologin Christa Schirl: „Körper und Geist brauchen etwas Zeit, um herunterfahren zu können. Wer vor dem Urlaub Vollgas gibt ist gefährdet, anschließend in ein Burn-out ähnliches Loch zu fallen.“

Damit dies nicht passiert, gibt die Linzerin fünf Tipps, damit das mit der kurzen Auszeit auch wirklich gut klappt:

1) Abwesenheitsvorbereitungen vor dem letzten Arbeitstag organisieren: „Zuhause dann erstmal ein bis zwei Tage durchschnaufen und nicht gleich zum Urlaubsziel aufbrechen. Von der Arbeit direkt in den Urlaubsflieger und dann am Strand die Füße hochlegen geht sich für Geist und Körper nicht aus.“

2) Hineingleiten in den Urlaub: Wer bis zuletzt Stress hatte, sollte in der ersten freien Zeit aktiv bleiben. „Suchen sie sich eine Leistung ohne Sinn wie Rasenmähen, Muscheln sammeln oder ein Sudoku. Wenn Sie gleich in den "Füße hoch Faulenzer Modus" wechseln hat ihr Körper keine Zeit „auszulaufen“. Für die Psyche ist es wichtig, etwas ohne den Anspruch auf Perfektion zu tun."

3) Bedürfnisse abklären: Was soll mir der Urlaub bringen, wo und wie kann ich mich erholen? „Für Stressabbau ist Bewegung besser als Nichtstun. In Grünzonen erholen sich Menschen besser, als in hektischer, lärmender Umgebung. Eine Reise ist für manche nicht gleich Urlaub.“

4) Urlaubsprogramm als Kontrast zum Arbeitsalltag gestalten: „Wer viel im Sitzen arbeitet, sollte sich bewegen und umgekehrt. Bildschirmarbeit kompensiert man damit, den Blick oft in die Ferne schweifen zu lassen. Einfach einmal inne halten und beobachten, welche Bedürfnisse mir der Körper zeigt“

5) Zurück im Arbeitsalltag: „Die Abwesenheitsnotiz ruhig noch einen Tag länger lassen. So werden sie nicht gleich überschwemmt und können sich in Ruhe wieder einfinden. Gut tut auch, wenn man sich einen gewissen Geruch, ein Lied oder einen Geschmack des Urlaubs eine zeit lang in den Alltag mitnimmt.“

Christa Schirl ist Klinische- und Gesundheitspsychologin mit eigener Praxis in Linz.