Martina Rieder-Thurn, Styling-Expertin
Bild: SN/Leo/neumayr.cc: Martina Rieder-Thurn, Geschäftsführerin des Linzer Unternehmens Image-Consulting

Richtiges Outfit zum Vorstellen

Von Susanna Sailer

Der Termin für das Bewerbungsgespräch rückt näher und es stellt sich die Frage: „Was ziehe ich für diesen Anlass an?“

Styling-Expertin Martina Rieder-Thurn gab bei ihrem Workshop im Rahmen des Karriereforums in Linz wertvolle Hinweise. „Kleiden sie sich passend zu dem Job, den Sie haben möchten, und nicht zu dem, den Sie schon haben. Aber bleiben Sie authentisch“, rät sie.
Generell gelte: Gepflegtes Outfit sei das Um und Auf. Frisch gewaschene Haare, saubere Fingernägel und tadellos gepflegte Schuhe gehören dazu.Es sei sinnvoll, sich im Vorfeld die Branche, Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens anzusehen und die berufliche Position des gegenüber sitzenden Gesprächspartners miteinzubeziehen. Rieder-Thurn: "Seien sie nicht besser angezogen als der Geschäftsführer - also optisch nicht übertreiben!"

Branchen und ihre Dresscodes

Welche Kleidung zu welchem Job passt, kann natürlich variieren. Als Regel gilt, dass in Branchen, die stark vertrauenswürdig erscheinen müssen, uniformelle Kleidung - also Anzug, Hosenanzug oder Kostüm in gedeckten Farben - die richtige Wahl sind. Zu diesen Branchen gehören etwa Banken, Steuerberater, Rechtsanwälte und Versicherungen.

Der so genannte Modern Business-Look findet sich in Branchen, in denen der Einzelne darauf bedacht ist, zu zeigen, dass er "modern und am Puls der Zeit" ist. Darunter finden sich Werbeagenturen, Architekten oder Mode-Designer. Der Casual Business-Bereich eignet sich wiederum für legere oder handwerksbezogene Branchen. Darunter fallen u.a. die gewerblichen Jobs, aber auch die IT-Branche oder Leute aus der Forschung und Entwicklung.

Details für Herren

Das gewählte Sakko sollte eine perfekte Passform haben. Das ist gegeben, wenn der Schließknopf zugeht und der Schulterbereich extakt sitzt. Dazu gehört ein je nach Körperform entsprechendes Hemd. Die richtige Krawattenlänge ist gegeben, wenn die Spitze der Krawatte die Gürtelschnalle leicht überdeckt. Auf diese Länge sollte sie auch gebunden werden. Die Ärmellänge eines Sakkos sollte so bemessen sein, dass das Hemd noch etwa einen Zentimeter darunter hervorschaut. Dazu gehören dunkle Socken, die so lang sind, dass die nackte Wade nicht zu sehen ist.  Die Lederaccssesoires - etwa Gürtel und Schuhe - sollten in der gleichen Farbe sein.

Und noch etwas: Nach dem Kauf eines Sakkos unbedingt die Etiketten, die am Ärmel angebracht sind, entfernen.  "Das Etikett dient nämlich nur dazu, dass Verkäufer und Kunden die Marke der Anzüge sofort erkennen, ohne diese von der Stange nehmen zu müssen", sagt Rieder-Thurn.

Details für Damen

Damen müssen nicht zwingend zu Kostüm oder Hosenanzug mit Bluse greifen, wenn sie sich formal kleiden wollen. Rieder-Thurn: „Die Business-Lady trägt heute zeitgemäße, chice Kombinationen. Das weiche, fließende Edelshirt hat die Bluse abgelöst.“ Doch sollten Damen keine tiefen Ausschnitte wählen und auf eine Schuhabsatzlänge von maximal sechs Zentimetern achten. Auf die hautfarbene Strumpfhose sollten Frauen jedoch auch bei höheren Temperaturen nicht verzichten. Faustregel für die businesstaugliche Rocklänge: eine Handbreit über dem Knie.

Die geheimen Farbcodes

Die Styling-Expertin empfiehlt, maximal drei dunkle Kompetenzfarben zu wählen. Dazu zählen etwa Dunkelblau, Grau oder Schwarz. Allerdings räumt sie ein, dass Männer die Farbe Schwarz eher vorsichtig einsetzen sollten, da sie zu "erdrückend" wirke. Sie rät, besser auf Anthrazit umzusteigen.

Eine weitere Faustregel: Nie mehr als drei Farben kombinieren und nie mehr als ein Muster wählen, wobei auf dezente Farben und Muster zurückgegriffen werden sollte. Kleidung, die nach unten hin dunkler wirkt, wird als formeller und seriöser empfunden.

Dunkelblau ist jene Farbe, die wissenschaftlichen Studien zufolge bei den meisten Menschen Anklang findet. "Sie wirkt seriös, formell und ist ideal für den ersten Eindruck", sagt Rieder-Thurn. Es sei empfehlenswert, die Farben Mittelblau und Kräftigblau als Akzent einzusetzen. Die Farbe Braun wiederum wirke solide, ruhig und strahle Bodenständigkeit aus, während Grau als edel, elegant, schlicht und kultiviert empfunden werde. Rot gelte als leidenschaftlich und energiegeladen. "Ich würde diese Farbe aber für Bewerbungsgespräche vermeiden", rät Rieder-Thurn.

Das richtige Outfit hilft jedenfalls, mit weniger Nervosität in das Bewerbungsgespräch zu gehen. Denn wenn sich jemand um sein äußeres Erscheinungsbild keine Sorgen machen muss, wirkt er selbstsicherer.

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