Graswurzelinitiativen: Wenn aus der Mitte eine Idee entspringt

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Nein, mit Gartenarbeit hat eine sogenannte "Graswurzelbewegung" nichts zu tun. Man bezeichnet damit eine politische oder gesellschaftliche Initiative, die aus der Basis der Bevölkerung heraus entsteht. Oft werden Bürgerinitiativen unter dem Begriff Graswurzelbewegung zusammengefasst. Außerdem wird das Wort heute metaphorisch für jegliche Art von "Bottom-up-Ansatz", also von Prozessen "von unten nach oben" in Politik und Gesellschaft verwendet.

Der Name Graswurzelbewegung ist dabei ein anschaulicher Ausdruck, da das Bild der Graswurzeln – sie sind tief unten, erdnah – die (gesellschaftlichen) Verhältnisse verdeutlicht. Eine Graswurzelinitiative ist oft mehr als nur ein kurzer, einmaliger Impuls: Sie kann durchaus das Potential besitzen, Organisationen nachhaltig zu verändern.

Ideen, die ansteckend wirken

Ein Beispiel für eine Graswurzelinitiative ist die "Fridays for Future"-Bewegung, die scheinbar aus dem Nichts zu einem weltweiten Klimastreik und einer der größten Jugendbewegungen aller Zeiten wurde.

Was wiederum in einem Unternehmen passiert, wenn sich Arbeitnehmer aus der Mitte der Organisation selbstorganisiert in Bewegung setzen, um ihr Unternehmen nachhaltig zu verändern, damit beschäftigt sich das Buch "Graswurzelinitiativen in Unternehmen: Ohne Auftrag – mit Erfolg!" von Sabine und Alexander Kluge. Graswurzelinitiativen haben im Unterschied zu Betriebsräten oder Managern keine formale Machtposition, sondern entwickeln Einfluss durch ihre Ideen, die ansteckend wirken. Dafür liefert das Buch viele Beispiele und bietet eine Nahaufnahme aus deutschen Konzernen. Es beleuchtet Initiativen aus Sicht von Entscheidern und Akteuren und zeigt die kritischen Erfolgsfaktoren.

Verschiedene Perspektiven zum "Wandel aus der Mitte"

Als ehemaliger Vorstand von Telekom, Lufthansa und Continental bekannt und heute aktives Bundestagsmitglied, kommentiert Dr. Thomas Sattelberger die Rolle von Graswurzelinitiativen für den Wandel aus der Mitte im Rahmen der aus seiner Sicht dringend notwendigen Selbsterneuerung der deutschen Wirtschaft.

Der Epilog der Organisationssoziologin Judith Muster (Universität Potsdam) ergänzt die Analysen der Autoren um eine kritische Würdigung von Veränderungsinitiativen aus der Mitte aus organisationssoziologischer Sicht und liefert damit eine zusätzliche Facette der Thematik.

Die Autoren

Die Autoren Alexander und Sabine Kluge gestalten mit ihrem Unternehmen Kluge+Konsorten digitale und kulturelle Transformationsvorhaben in Organisationen.

Viele der im Buch vorgestellten Graswurzelinitiativen haben sie persönlich begleitet und beschreiben damit deren Erfolgsfaktoren nicht nur aus der beobachtenden, sondern auch aus der mitgestaltenden Perspektive. Alexander Kluge zählt mit seinen Kernthemen rund um digitale Kommunikation, Kollaboration und Koordinierung von Geschäftsprozessen bereits seit rund 20 Jahren zu den bedeutenden Kennern, Keynote-Speakern und Autoren der Digitalszene und teilt sein Wissen auf Konferenzen und digitalen Plattformen.

Sabine Kluge gilt als eines der prominentesten Gesichter der New-Work-Szene und wurde 2019 als einer der 40 führenden HR-Köpfe ausgezeichnet. Für ihr Mitwirken an erfolgreichen New-Work-Projekten in traditionellen Unternehmenskulturen erhielt sie im Jahr 2017 den HR Excellence Award, 2018 den Xing New Work Award und wurde für ihre vielgelesenen Blogbeiträge auf der Plattform LinkedIn mehrmals als Topvoice ausgezeichnet.

Vahlen

ISBN 978-3-8006-6370-5

Graswurzelinitiativen in Unternehmen: Ohne Auftrag, mit Erfolg!

Zielgruppe des Buches sind Führungskräfte, Veränderer in Organisationen, Unternehmens- und Innovationsberater, Organisationsentwickler sowie Coaches.

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