Intuitiv, genau, nüchtern – welcher Arbeitstyp sind Sie?

Nüchtern und analytisch Bild: colourbox.com

Eine wissenschaftliche Theorie unterscheidet vier Persönlichkeitssysteme, die sich auch auf unser Arbeitsverhalten auswirken können.

Der eine braucht das kreative Chaos, der andere festgelegte Strukturen und Ziele: Wir Menschen sind verschieden und genauso ist es die Art und Weise, wie wir arbeiten und uns organisieren. Seine eigenen Vorlieben und Verhaltensweisen zu kennen, zahlt sich aus – vor allem, wenn es um die Berufswahl geht. Welches Umfeld brauche ich, wie gehe ich an Aufgaben heran, wie arbeite ich mit anderen Menschen zusammen? Das zu wissen, kann helfen, ein Arbeitsumfeld zu finden, das einen erfüllt und beflügelt.

Wie "funktioniert" Persönlichkeit?

Was aber steuert unser Verhalten tatsächlich, oft im Gegensatz zu unseren bewussten Absichten? Genau damit beschäftigt sich die sogenannte PSI-Theorie (Persönlichkeits-System-Interaktionen-Theorie). Sie gilt als die umfassendste Persönlichkeitstheorie, die es heute gibt, und geht auf Prof. Julius Kuhl von der Uni Osnabrück zurück. Er unterscheidet, vereinfacht gesagt, vier Funktionsweisen, also vier Arten, an Dinge heranzugehen: den Verstand, den kritischen Blick (Fehler-Zoom), das Selbst (emotionales Erfahrungsgedächtnis) und die intuitive Verhaltenssteuerung. Jeder Mensch verfügt über alle vier Funktionsweisen, aber in unterschiedlicher Ausprägung.

Daraus verschiedene Arbeitstypen abzuleiten, stellt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder gar Allgemeingültigkeit dar. Doch es kann vielleicht helfen, die eigenen Stärken und Schwächen besser einschätzen zu können, und das ist ja immer eine gute Voraussetzung für Erfolg und Selbstentwicklung.

Der nüchterne Arbeitstyp

Rational und lösungsorientiert – das sind Begriffe, die diesen Arbeitstyp (im Folgenden immer in der Bedeutung m/w) kennzeichnen. Probleme müssen erst genauestens analysiert werden, um sie dann systematisch anzugehen. Analyse ist ein wichtiger Punkt für diesen Typ: Projektpläne, To-do-Listen und bewährte Vorgehensweisen bestimmen seinen Tag.

Er ist sehr gut in der Lage, langfristige Ziele im Auge zu behalten. Organisieren und Einteilen zählen zu seinen Stärken.

Der sorgfältige Arbeitstyp

Ihn kennzeichnen Gründlichkeit und Perfektion, er ist stets verlässlich und pflichtbewusst. Dieser Arbeitstyp liefert fast immer perfekte Leistungen ab, denn er hat äußerst hohe Ansprüche an sich selbst. Ihm entgehen nur sehr selten Fehler, da er alles genauestens kontrolliert. Da besteht aber auch schon mal die Gefahr einer Überforderung. Nervosität und Angespanntheit können dann die Folge sein. Sein optimales Einsatzgebiet ist überall dort, wo es auf Genauigkeit ankommt und Fehler große Auswirkungen haben können.

Der intuitive Arbeitstyp

Dieser Arbeitstyp steckt meist voller Tatendrang und mit seiner Begeisterung andere an. Er steht für Fröhlichkeit und Spontaneität, ist freudig, offen und immer an Kontakt interessiert. Schwierigkeiten, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen, hat er wahrlich nicht. Dieser Arbeitstyp ist schnell Feuer und Flamme für neue Aufgaben. Das hält allerdings oft nur kurzfristig an. Durchhaltevermögen und Struktur zählen nämlich nicht zu seinen Stärken. Ideales Einsatzgebiet: dort, wo es auf Kreativität ankommt und zwischenmenschliche Beziehungen wichtig sind.

Der gelassene Arbeitstyp

Selbstbewusst und cool kommt dieser Arbeitstyp daher. Er verliert selten den Überblick, bleibt auch ruhig, wenn schon Feuer am Dach ist, und vertraut auf seinen Erfahrungsschatz. Meist ist er davon überzeugt, dass seine Ansicht richtig ist. Wenn andere das partout nicht einsehen wollen, kann dieser Arbeitstyp auch schon mal etwas ungemütlich werden.

Bei der Auswahl der Arbeit ist der gelassene Arbeitstyp wählerisch. Er ist kreativ, lässt sich nicht gerne einengen und es fällt ihm manchmal schwer, sich mit unangenehmen Dingen zu konfrontieren. Sein ideales Einsatzgebiet ist überall dort, wo es auf Führung ankommt.

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